Wie läuft das Antrags- und Prüfungsverfahren?

Im Rahmen deiner Ausbildung werden wir genau erklären, wann du wo welche Unterlagen einreichen musst. Hier geben wir dir einen kurzen Überblick für die Abläufe in Sachsen:

Um eine Zulassung zum Heilpraktiker zu bekommen, musst du einen Antrag stellen. Das erfolgt beim Gesundheitsamt, Ordnungsamt oder Landratsamt, das für deinen Wohnort zuständig ist.
Wenn du alle erforderlichen Unterlagen eingereicht hast, wird dein Antrag ans Gesundheitsamt Görlitz weitergeleitet. Dort werden die Zulassungsvoraussetzungen geprüft.

A) "Großer" Heilpraktiker

  1. Das Gesundheitsamt Görlitz lädt dich dann zur schriftlichen Prüfung ein. Diese findet in jedem März und in jedem Oktober bundesweit am selben Tag statt. Du musst 45 von 60 Multiple-Choice-Fragen richtig beantworten, um zu bestehen.
  2. Nach erfolgreicher schriftlicher Prüfung wirst du zur mündlichen Prüfung ins Gesundheitsamt in Löbau eingeladen. Dort wirst du in 30 bis 60 Minuten von einem Amtsarzt, einem Heilpraktiker und einem Beisitzer geprüft. Ein praktischer Teil ist ebenfalls Teil der mündlichen Prüfung.
  3. Du bekommst die Heilpraktikererlaubnis einige Wochen nach bestandener mündlicher Prüfung zugeschickt.

B) Heilpraktiker für Psychotherapie („kleiner“ Heilpraktiker)

  1. Beim Antrag für den „kleinen“ Heilpraktiker muss zusätzlich eine Erklärung eingereicht werden, durch du dich verpflichtest, nur auf dem Gebiet der Psychotherapie tätig zu werden.
  2. Die schriftliche Prüfung beinhaltet 20 Multiple-Choice-Fragen, von denen 15 richtig beantwortet werden müssen. Sie findet zeitgleich mit den „großen“ Heilpraktikerprüfungen statt.
  3. Die mündliche Prüfung wird durch einen Facharzt für Psychiatrie, psychosomatische Medizin und/oder Psychotherapie und durch einen psychotherapeutisch tätigen Heilpraktiker abgenommen.
  4. Eine Zulassung nach Aktenlage, also ohne schriftliche und mündliche Prüfung, kann erteilt werden, wenn du einen Master-Abschluss oder ein Diplom im Fach Psychologie mit Credits in Klinischer Psychologie nachweisen kannst.

C) Sektoraler Heilpraktiker auf dem Gebiet der Physiotherapie bzw. Podologie

  1. Die Zulassung zum sektoralen Heilpraktiker auf dem Gebiet der Physiotherapie bzw. Podologie erfolgt in der Regel nach Aktenlage, also ohne schriftliche und mündliche Prüfung vor dem Amtsarzt.
  2. Du musst einen staatlich anerkannten Abschluss in Physiotherapie bzw. Podologie nachweisen. Medizinische Bademeister und Masseure erfüllen diese Voraussetzung nicht. Einige Bundesländer fordern außerdem mehrere Jahre Berufserfahrung.
  3. Du musst dich verpflichten, nur auf deinem Gebiet tätig zu werden.
  4. Außerdem ist eine Nachschulung mit schulinterner Prüfung notwendig. Das ist die Ausbildung zum sektoralen Heilpraktiker, die wir anbieten.

Die Prüfung der Voraussetzungen, die schriftliche und mündliche Prüfung sowie die Ausstellung der Erlaubnis kosten eine Gebühr.
Wenn du dich als Heilpraktiker niederlassen möchtest, muss du dies beim Gesundheitsamt anmelden.
Eine Liste der einzureichenden Unterlagen findet sich auf dem Antrag auf Erteilung einer Heilpraktikererlaubnis.

Die Formulare und noch mehr Infos findest du auf Amt24.